Innovationsmanagement Teil 2: strategische Ziele und Rahmenbedingungen setzen

In der Privatwirtschaft wird oftmals ein Innovationsmanagement etabliert, um gezielt Innovationen zu entwickeln und in den Markt zu tragen. Ein ähnliches Vorgehen ist auch auf Seiten der öffentlichen Beschaffung sinnvoll. Dabei müssen die Ziele und Rahmenbedingungen auf der strategischen Ebene zuerst einmal festgelegt werden.

Was ist strategisches Innovationsmanagement?

Dass ein Innovationsmanagement in der öffentlichen Beschaffung durchaus Sinn macht, wurde im Teil 1 dieser Themenreihe deutlich (→ Beitrag „Innovationsmanagement Teil 1“). Die Frage ist nun, wie ein solches etabliert werden kann.

In diesem Beitrag geht es um das strategische Innovationsmanagement. Strategisch bedeutet die Zielsetzungen und Rahmenbedingungen des Managementprozesses zu definieren, um den Innovationsprozess solide und sinnvoll steuern zu können.

Der Innovationsaspekt als Signal nach innen

Das beginnt bereits damit, das Wort „Innovation“ überhaupt erst in der Beschaffungs- bzw. Einkaufsstrategie zu verwenden (→ KOINNO-Toolbox). Dies hat eine Signalwirkung mit nicht zu unterschätzenden Konsequenzen:

Einerseits wird den Mitarbeitern in den Beschaffungsabteilungen ein eindeutiges Mandat gegeben, über den berühmten Tellerrand hinaus zu schauen und den Blick in diese Richtung zu öffnen. Andererseits ist es ein Signal an die Bedarfsträger und Fachabteilungen, ihre Ideen und Bedarfe offen an die Beschaffung zu kommunizieren (→ KOINNO-Toolbox).

Damit alle wissen, worum es geht, sollte ein einheitliches Verständnis des Begriffs geschaffen werden. Also die Frage geklärt werden: Was ist eigentlich für uns eine Innovation? Ein geeignetes Instrument kann die Erstellung eines Einkaufshandbuchs sein, in dem die generelle Zielsetzung aus der Einkaufsstrategie weiter unterfüttert wird (→ KOINNO-Toolbox).

Der Ruhverband hat diesen Aspekt für sich erkannt und im Rahmen eines Beratungsprojektes gemeinsam als Team ein Einkaufshandbuch erstellt, das gleichzeitig als Wissensmanagement-Tool fungiert (→ KOINNO-Praxisbeispiel).

Innovationskultur und Fehlerkultur gehen Hand in Hand

Unternehmenskulturen sind über Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte gewachsen und lassen sich nicht einfach über Nacht verändern. Die langfristige Etablierung einer Innovationskultur ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Mitarbeiter offen für Neuerungen und somit für Innovationen sind (→ KOINNO-Toolbox).

Eine Innovationskultur steht nicht für sich allein, sondern ist untrennbar mit der Unternehmens- bzw. Beschaffungskultur verbunden. Insofern sollte auf einer übergeordneten Ebene die Unternehmenskultur analysiert werden, um die geeigneten Maßnahmen zur Schaffung einer Innovationskultur in der gesamten Organisation ableiten zu können. Dies kann allerdings auch nur auf der Ebene der Beschaffungsabteilung stattfinden (→ KOINNO-Toolbox).

Neue Wege zu gehen und gezielt Innovationen zu beschaffen, führt zum Betreten von bisher unbekanntem Terrain. Da kann es schon mal zu Fehlern kommen, die unvermeidbarer Bestandteil jedes Lernprozesses sind. Insofern gehört zu jeder Innovationskultur auch eine Fehlerkultur, d.h. ein konstruktiver Umgang mit Fehlern innerhalb der Abteilung bzw. Organisation. Dennoch sollten die gleichen Fehler nicht wiederholt werden, was durch eine konsequente Dokumentation in Form von Lessons Learned erreicht werden kann (→ KOINNO-Toolbox).

Das Fundament bilden unterstützende Strukturen und Prozesse

Ohne die Etablierung unterstützender Strukturen und Prozesse geht es allerdings nicht. Ein erfolgreiches Innovationsmanagement steht und fällt mit den Mitarbeitern in den Vergabe- und Beschaffungsabteilungen. Sie müssen zuerst in die Lage versetzt werden, das Innovationsmanagement mit Leben zu füllen. Dafür sind die grundlegenden Strukturen und Prozesse im Sinne einer strategischen Beschaffung notwendig (→ KOINNO-Beitrag).  

Unabhängig davon, gibt es weitere unterstützende Maßnahmen, die für das Innovationsmanagement wichtig sind.

Wie ein Innovationsmanagement auf der operativen Ebene gelebt werden kann, erfahren Sie in Teil 3 dieser Themenreihe.

 

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KOINNO-Toolbox

KOINNO-Zertifizierung

FoRMöB/ BME (2016): „Konzeption einer innovativen öffentlichen Beschaffung (IÖB) – Definition und Handlungsansätze für eine innovative Beschaffung im öffentlichen Sektor“, Neubiberg: FoRMöB.