Fördermöglichkeiten

Förderinstrumente im Detail

Das Potenzial der Innovationsnachfrage durch eine innovationsorientierte öffentliche Beschaffung ist sehr hoch. In Europa liegen die jährlichen Ausgaben in der öffentlichen Beschaffung bei ca. 17 bis 19% des BIP (2014). Der deutsche Anteil läge mit geschätzten 350 Mrd. Euro jährlichem Beschaffungsvolumen leicht darunter bei ca. 10-15%.

Wenn es gelänge, nur ein Prozent des Beschaffungsvolumens für neue Produkte und Dienstleistungen zu verwenden, entstünde in Deutschland ein Innovationsimpuls von 3 Mrd. Euro. Das ist mehr als Bund und Länder jährlich an Fördergeldern für Forschung und Innovation (FuI) den Unternehmen bereitstellen (ca. 2,1 Mrd. Euro).

2009 startete die EU-Kommission erste Aufrufe zur Einreichung von Projektvorschlägen für drei verschiedene Förderinstrumente im Bereich der Öffentlichen Beschaffung von Innovationen. Die EU-Ausschreibungen wenden sich an öffentliche Institutionen und sollen diesen einen Anreiz bieten, ihre Beschaffungsprozesse auf innovative Produkte und Dienstleistungen auszurichten.

Förderinstrumente der EU Kommission sind:

  • Netzwerkprojekte (Coordination and Support Action – CSA), in denen sich Konsortien aus internationalen öffentlichen Beschaffern damit beschäftigen, welche Innovationen für ihre Bedarfe sinnvoll sein könnten. Ergänzt werden diese Projekte durch Marktrecherchen und -Konsultationen, um den Stand der Technik für innovative Produkte oder Lösungen zu erkunden.
    Die EU-Förderung für diese Projekte beträgt 100% der förderfähigen Kosten.
  • Sollte  die anvisierte Lösung oder das Produkt noch nicht am Markt verfügbar ist, kann sich daran ein Projekt der vorkommerziellen Auftragsvergabe (Pre-Commercial Procurement – PCP) anschließen. In einem PCP-Projekt schreibt das internationale Beschaffer-Konsortium ein dreistufiges Forschungsprojekt aus (Machbarkeitsstudie, Prototypenentwicklung und Prototypentest), durch das Unternehmen F&E-Leistungen bedarfsgerecht und nachfrageorientiert erbringen können.
    Die EU-Förderung beträgt für diese Projekte 90% der Beschaffungskosten für die nachfrageorientierte Entwicklung innovativer Lösungen.
  • Das dritte Förderinstrument ist der sich daraus ergebende Einkauf von innovativen Produkten bzw. Lösungen (Public Procurement of Innovative Solutions – PPI).
    Die EU-Förderung für diese Projekte beträgt 35% der Beschaffungskosten für die innovative Lösung, das innovative Produkte.